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Kindergarteneinschätzskala (KES)


Die Kindergarteneinschätzskala (DIN EN ISO 9000ff)Bearbeiten

1. Entstehung

1997 entwickelte Prof. Dr. W. Tietze die Kindergarten-Einschätz-Skala "KES" als ein Beobachtungsinstrument zur Untersuchung der pädagogischen Qualität in deutschen Kindergärten. Sie basiert auf der 1980 in den USA entstandenen " Early Childhood Environment Rating Scale"

Im Herbst 2001 wurde eine revidierte Fassung der KES veröffentlicht, in der einige Merkmale neu hinzugekommen sind und andere Merkmale redaktionell bearbeitet wurden. (KES-R)


2. Qualitätsdimensionen

Tietze bezieht sich in seiner Untersuchung auf drei Merkmale der pädagogischen Qualität. Diese sind:

- Prozessqualität, als die Qualität pädagogischer Prozesse

- Strukturqualität, als die Qualität pädagogischer Strukturen

- Orientierungsqualität, als die Qualität pädagogischer Strukturen


Dabei bezieht die die pädagogische Prozessqualität auf die Gesamtheit der Interaktionen und Erfahrungen, die das Kind im Kindergarten mit seiner sozzialen und räumlich-materialen Umwelt macht. Dabei speigeln sich die dynamischen Aspekte des Kindergartenalltags, wie sie täglich erfahren werden, wieder.

Die Strukturqualität umfasst politisch reguliebare Merkmale, wie bspw. die Gruppengröße, den Erzieher - Kind Schlüssel, die Ausbildung des pädagogischen Personals sowie die Raum und Ausstattungsmerkmale der Einrichtung. Mit der Orientierungsqualität sind die pädagogischen Vorstellungen, Werte und Überzeugungen der Erwachsenen gmeint, die in der Einrichtung mit den Kindern arbeiten.


3. Strukturierung der KES-R

Die KES-R umfasst 43 verschiedene Merkmal zu Förderung der Kinder in unterschiedlichen Bereichen. Diese Bereiche umfassen den:

- physischen

- sozialen

- emotionalen

- kongnitiven Bereich.

Ziel der KES-R ist dabei, alle Faktoren zu erfassen, die den konkreten Erfahrungs- und Erlebnisraum der Kinder in der Einrichtung unmittelbar gestalten und beeinflussen. Dabei besteht die KES-R aus 43 Ratingskalen, mit denen entsprechende Merkmale pädagogischer Qualität in 7 übergeordnete Bereiche eingeschätzt werden.

Diese 7 Bereiche sind:

(1) Platz und Ausstattung, dabei beziehen sich acht Merkmale auf die Größe, die Ausstattung mit mobiliar und Materialien sowie die räumliche Gestaltung, die die psychische und physische der Kinder und die pädagogische Arbeit unterstützen

(2) Betreuung und Pflege der Kinder, sechs Merkmale beschreiben die Gestaltung von Begrüßungs- und Verabschiedungsphasen, Ruhe- und Schlafpausen, Körperpflege und die damit verbundenen Aspekte des körperlichen Wohlbefindens der Kinder sowie ihre Sicherheit und Gesundheit.

(3) sprachliche und kognitive Anregungen, hierbei erfassen vier Merkmale, Materialen, Aktivitäten und Anregungen der Erzieherinnen, die die Kinder dabei unterstützen, grundlegende Sachverhalte und Zusammenhänge in ihrer Umwelt zu erfassen und ihren kommunikativen Bedürfnissen und Fähigkeiten gerecht zu werden und weiterzuentwickeln.

(4) Aktivitäten, hier erfassen zehn Merkmale, Materialien, Aktivitäten und Anregungen der Erzeiherinnen, die den Kindern so ermöglichen sollen, ihre Umwelt in vielfältiger Weise zu erkunden, kreativ zu gestalten und ihre Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, weiterzuentwickeln.

(5) Interaktionen fünf Merkmale erfassen die Verantwortung und Rolle der Erzieherinnen bei der Gestaltung des Zusammenlebens mit den Kindern sowie die Atmosphäre der Beziehungen zwischen allen Beteiligten und die Unterstützung eines Klimas der Akzeptanz und Toleranz.

(6) Strukturierng der pädagogischen Arbeit, hier beziehen sich vier Merkmale auf die Gestaltung des Alltags in einer zeitlichen Abfolge, auf die Balance zwischen fester Struktur und Flexibilität, das Eingehen auf individuelle Bedürfnisse und auf die Berücksichtigung der Interessen anderer und der Gruppe.

(7) Eltern und ErzieherInnen die letzten sechs Merkmale beziehen sich auf die Bedürfnisse der Erwachsenen. dazu gehören u.U. die räumlichen Gegebenheiten für Erwachsene, die Wünsche der Eltern nach Informationen, Einbeziehung, Bestätigung und Unterstützung als auch die Bedürfnisse der Erzieherinnen nach einer angenehmen Arbeitssituation und -atmosphäre, Möglichkeiten der beruflichen Forbildung und notwendiger Reflexion und Evaluation.

Dabei beziehen sich die Merkmale auf folgende pädagogische Grundorientierung:

"- Kinder sind aktive Lernende, sie lernen durch ihr Aktivitäten, durch das, was sie tun, hören, erfahren und sehen

- Kinder lernen durch die Interaktion mit ihren Eltern, Erzieherinnen und anderen Erwachsenen wie auch durch die Interaktionen mit anderen Kindern. Sprachliche und nicht-sprachliche mit Erwachsenen sind wichtig zur Anregung kindlicher Lernprozesse

- Eine räumlich-materiale Umwelt, die so organisiert ist, dass Kinder maximal unabhängig und erfolgreich sein können, gibt den Kindern mehr Gelegenheit für produktive Interaktionen, Disskussionen und Freude.

- Kinder benötigen emotionale Wärme und Geborgenheit und räumliche Möglichkeiten, die diesen Bedürfnissen entgegenkommen, sowie vorhersagbare Routinen, um sich sicher und geschützt zu fühlen.

- Eine gute Umwelt sollte auch den Bedürfnissen der Erwachsenen, die in ihr arbeiten, gerecht werden."

(vgl.: W. Tietze,K.-M. Schuster, K. Grenner, H.-G. Roßbach: Kindergarten Skala, Revidierte Fassung, KES-R, Neuwied, 2001,S 7ff)

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